FRIEDRICH VORDEMBERGE-GILDEWART

Der Künstler Vordemberge-Gildewart wurde am 17. November 1899 mit dem Namen Friedrich Vordemberge in Osnabrück geboren. Als Künstler fügte er sich 1920 den Nachnamen Gildewart hinzu, um sich von seinem gleichnamigen älteren Cousin abzuheben. Den Namen Gildewart entnahm er der Osnabrücker Altstadtgasse „Große Gildewart“, in der sein Geburtshaus steht.

 

v-g, so wird er unter Künstlerfreunden abgekürzt, war ein vielfältig begabter Künstler. Neben dem Erstellen von Gemälden, Reliefs und Collagen, war er auch als Bühnenmaler, Möbeldesigner und Innenarchitekt tätig. Er widmete aber sich vor allem der konstruktivistischen Kunst.

 

Sein beruflicher Werdegang startete mit einer Ausbildung zum Tischler bei dem Meister Julius Schütze, damit er später die Werkstatt übernehmen könne. Doch schon 1919 ging Vordemberge-Gildewart nach Hannover, um an der technischen Hochschule Architektur, Plastik und Malerei zu studieren. Hier begann er nun seinen künstlerischen Werdegang, denn er traf unter anderem die Künstler Hans Arp, Oskar Schlemmer, Kurt Schwitters und Wassily Kandinsky. 1924 gründete v-g mit Hans Nitzschke zusammen die Künstlergruppe „Gruppe K“. Ebenfalls 1924 trat er nach einer Begegnung mit Theo van Doesburg in die niederländische Künstlervereinigung „De Stijl“ ein. Seine erste große Einzelausstellung hatte der Vertreter der konkreten Kunst 1929 in Paris. Es folgten weitere in Rom, Mailand, London und New York. Seine Werke bezeichnet er alle mit dem Kürzel „K“ für Konstruktion, später für Komposition, um sie dann einfach durchzunummerieren. 1932 heiratete er die Jüdin Ilse Leda.

 

1936 zog es Vordemberge-Gildewart von Hannover nach Berlin. Jedoch galten seine künstlerischen Werke unter dem nationalsozialistischen Regime als „entartet“. Einiger seiner Werke wurden 1938 auf der Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt. Daher entschied v-g sich 1937, das Land zu verlassen und wanderte mit seiner Frau in die Schweiz aus. Nach nur einem Jahr dort emigrierte das Ehepaar nach Amsterdam, wo der Künstler bis 1954 lebte und arbeitete. Er nimmt sogar die niederländische Staatsbürgerschaft an. 1954 zog es ihn wieder zurück nach Deutschland, da er von der Hochschule für Gestaltung in Ulm eine Professur für visuelle Kommunikation angeboten bekam. Dort blieb er bis zu seinem Tod 1962. 1955 zeichnete ihn die Stadt Osnabrück mit der Justus- Möser-Medaille aus.

 

Friedrich Vordemberge-Gildewart ist auf dem Hase-Friedhof in Osnabrück beerdigt.